Donnerstag, 9. Juni 2016

CDU-Ratsfraktion Düsseldorf fordert Masterplan Handwerk






Als Nachtrag zur Ratssitzung vom vergangenen Donnerstag meine Rede und das damit verbundene Werben um Zustimmung zum "Masterplan Handwerk". Nachdem uns alle Parteien erzählt haben, dass das Handwerk ja keine Unterstützung benötigt, weil es ja bestens alleine zurechtkommt,
ging mir der Hut hoch. Jede noch so kleine Interessengruppe bekommt von den linken Fraktionen des Rates ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und Unterstützung. Nur die große Gruppe der HandwerkerInnen lässt man mit den Herausforderungen der Digitalisierung und Industrie 4.0 im Regen stehen. Sowas regt mich als Bäckermeister und Unternehmer halt unheimlich auf!!!  



Antrag:
Der Rat der Landeshauptstadt beauftragt die Verwaltung,
  1. in enger Abstimmung mit der Handwerkskammer Düsseldorf und der Düsseldorfer Kreishandwerkerschaft eine Strategie zur Förderung des Handwerks in Düsseldorf zu entwickeln und geeignete Maßnahmen in einem Masterplan Handwerk festzulegen. Im Rahmen des Konzepts sind die Kompetenzen und Stärken des Düsseldorfer Handwerks zu analysieren, zentrale Handlungsfelder zu identifizieren sowie konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und Weiterentwicklung dieses Wirtschaftssektors zu definieren.
Zu den thematischen Schwerpunkten sollen insbesondere gehören:
  • Förderung und Unterstützung des Handwerks (Förderinstrumente, Investitions- und Liquiditätssicherung, Betriebsberatung, Digitalisierung, Unterstützung Kooperationen)
  • Standortsicherung und -entwicklung (Bürokratieabbau, Vernetzung Verwaltung-Handwerk, Vergabeverfahren, Stadtplanung und Flächenpolitik, Infrastruktur, Wohnraum)
  • Fachkräftesicherung und -qualifizierung (Stärkung der dualen Ausbildung im Wettbewerb mit anderen Bildungsgängen, Kooperationen mit Schulen und Hochschulen, demografischer Wandel, Beschäftigungschancen für Ältere, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterbildung, Vernetzung von Institutionen, Integration von Zugewanderten)
     
  1. eine Koordinierungsstelle für das Handwerk (Handwerksbeauftragte/r) mit einer zentralen Ansprechperson einzurichten. Die Einrichtung der Koordinierungsstelle ist haushaltsneutral zu gestalten. Dazu könnten beispielsweise Stabs- bzw. Projektstellen mit Projektende für die neue Aufgabe umgewidmet werden.
     
  2. dem Rat bis zum 17. November 2016 über die Umsetzung zu berichten und den Masterplan im ersten Quartal 2017 zur Beschlussfassung vorzulegen.
Begründung:
Das Handwerk hat für Düsseldorf eine herausragende Bedeutung. Die Branche ist einer der vielseitigsten Wirtschaftsbereiche, die es in Deutschland gibt. Mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben bildet das Handwerk ein Rückgrat unserer Wirtschaft.
Mehr als 8.000 Handwerksbetriebe sind in der Landeshauptstadt ansässig. Sie erwirtschaften mehr als 3,6 Mrd. Euro Umsatz und geben rund 53.000 Menschen in Düsseldorf Arbeit. Mit gut 2.300 Ausbildungsverhältnissen wird auch das Thema Nachwuchs im Handwerk großgeschrieben. Gleichzeitig bietet keine andere Branche so viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Das Handwerk hat sich in der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise zudem als sehr stabil und krisenfest erwiesen und kann nach Umfrage der Handwerkskammer Düsseldorf 2016 weiter optimistisch in die Zukunft blicken. Trotzdem steht auch das Handwerk vor gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen.
Die CDU-Ratsfraktion unterstützt die Weiterentwicklung des Düsseldorfer Handwerks. Wir fordern deshalb einen städtischen Masterplan, um durch geeignete und sinnvolle politische Maßnahmen optimale Standortbedingungen zu bieten und damit große wie kleine und mittlere mittelständische Betriebe zu fördern.
Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, die unterschiedlichen Interessen und Fragen des Handwerks – z. B. bei Bau- bzw. Vergabeverfahren, bei Genehmigungen oder in der Stadtentwicklung – an einer zentralen Schnittstelle zu bündeln. In der Koordinierungsstelle Handwerk soll eine zentrale Ansprechperson (Handwerksbeauftragte/r) mit ihrem Wirtschafts- und Verwaltungswissen Unterstützung leisten und zu einer reibungslosen Kommunikation zwischen Handwerk und Verwaltung und der Umsetzung von Projekten beitragen.


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